Something between anger and sadness

Hastigen Schrittes betritt er in seiner weissen Maurermontour die Wohnung. Die Türe fällt hinter ihm ins Schloss. Den Arbeitsrucksackt pfeffert er in die nächstbeste Ecke. Seine Freundin würdigt er keines Blickes. Er läuft an ihr vorbei als wäre sie Luft. Kein Gruß. Kein Wort.

Er begibt sich ins Bad um sich schick zu machen. Er ist ein gutaussehender Kerl und ist sich dessen durchaus bewusst. Seine Freundin weint währenddessen, weil sie sich einen kleinen Moment lang unbeobachtet fühlt, aber sie ist tapfer und stets darum bemüht sich nichts anmerkenzu lassen. Wenn er zurückkommt wird sie wieder lächeln.

Es riecht nach Rasierwasser. Er hat seine besten Klamotten aus dem Schrank geholt. Er betitelt seine Süße bevor er geht noch kurz als Schlampe, verabschiedet sich aber ansonsten nicht und die Tür fällt wieder hinter ihm ins Schloss. Er muss sich beeilen. Ein Fussballspiel steht an.

Sie weiss, dass er nach dem Fussball irgendeine kleine Nutte dort draussen vernascht. Sie weiss genau, was er treibt wenn er mit seinen Kumpels loszieht und diese die Stadt unsicher machen. Auch in der nächstgelegenen Discothek wird er nichts anbrennen lassen. Er wird diese offene Beziehung ausnützen.

Es ist inzwischen 02:51 Uhr Morgens und seine Freundin hat noch kein Auge zugemacht. Früher hat es geholfen, sich in den Schlaf zu weinen. Heute funktioniert das scheinbar nicht mehr. So ändern sich die Zeiten. Sie weiss, dass er gerade im Bett liegt, mit einer anderen. Und dass er gerade eine andere küsst.

~ von inselfee am August 8, 2009.

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